Extinction Rebellion: Wann wenn nicht wir

S. 10: “Wir sehen düsteren Zeiten entgegen. […] Wir befinden uns mitten im sechsten Massenaussterben der Erdgeschichte! Wir steuern unaufhaltsam auf die Katastrophe zu – wenn wir nicht sofort und entschieden handeln. Weltweit wird die biologische Vielfalt vernichtet.”

S. 10: “Kein vernunftbegabtes Wesen, das ein moralisches Gewissen besitzt – sei es ethisch oder im Glauben fundiert – , kann die ökologischen Krisen, die diesen Planeten und seine Tier- und Pflanzenwelt heimsuchen, leugnen, ignorieren oder tatenlos zusehen.”

S. 11: “Wenn weder die gewählte Volksvertretung noch das Gesetz den angemessenen Schutz und das Wohlergehen der Bevölkerung gewährleisten können, liegt es in der Hand der Bürgerinnen, die notwendigen Veränderungen einzuleiten – zur Abwendung der Katastrophe und für die Zukunft unserer Kinder. Dann ist es nicht nur unser Recht zu rebellieren, sondern unsere Pflicht.”

S. 225: “Sie gehört zu den indigenen Tukano-Ethnien am oberen Rio Negro in Brasilien, einer Gemeinschaft, die schwere Menschenrechtsverletzungen und fortwährenden Angriffen auf ihre Umwelt ausgesetzt ist. Sie erzählt uns, dass indigene Völker 82% der Artenvielfalt der Erde schützen.”

S. 225: “Kommt und denkt an die Macht der Gemeinsamkeit, wenn Menschen entschlossen und stark sind.”

S. 226: “Dies ist eine internationale Rebellion in Einklang mit allen Völkern, die darum kämpfen, das Leben auf der Erde zu schützen. Das ist etwas Heiliges.”

“Wenn wir friedlich zusammenstehen, erfahren wir größeren Rückhalt-und desto größer wird der Druck auf den Staat und die weiteren, am ökologischen Raubbau beteiligten Akteure”

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“Wenn weder die gewählte Volksvertretung noch das Gesetz den angemessenen Schutz und das Wohlergehen der Bevölkerung gewährleisten können, liegt es in der Hand der Bürgerinnen, die notwendigen Veränderungen einzuleiten – zur Abwendung der Katastrophe und für die Zukunft unserer Kinder. Dann ist es unsere Pflicht. Wir rufen alle Bürgerinnen auf, sich gemeinsam mit uns friedlich zu erheben.”

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Der Pilz am Ende der Welt, Anna Lowenhaupt Tsing

S. 7: “Erstens: Die Bestrebungen, die Natur zu zähmen und zu beherrschen, haben ein derartiges.Unheil angerichtet, dass es nun fraglich ist, ob das Leben auf der Erde überhaupt weiterbestehen kann. Zweitens: Verwicklungen zwischen den Arten, die einst in das Reich der Fabeln gehörten, sind nun Stoff ernsthafter Erörterungen von Biologen und Ökologen, die darlegen, dass für das Leben ein Zusammenspiel von zahlreichen Lebensformen erforderlich ist. Der Mensch kann nicht überleben, wenn er auf allem anderen herumtrampelt. Drittens: Überall auf der Welt haben Frauen und Männer der Forderung Nachdruck verliehen, auch ihnen müsse der dem Menschen zugesprochene Status zugebilligt werden. Unsere zügellose Präsenz untergräbt die moralische, von christlicher Männlichkeit geprägte Intentionalität des Menschen, die ihn von der Natur abspaltete.”

S.381: “[…] eine Forschung, die erst aus der Zusammenarbeit entsteht, anstelle einer Ballung von Individuen, die Kosten-Nutzen-Rechnungen aufmachen.”

S.381: “Wie wäre es, sich das intellektuelle Leben als bäuerlichen Wald vorzustellen, als Quelle vieler nützlicher Erzeugnisse, die unbeabsichtigt oder ungeplant entstehen?”

S.382: “Für den Wald muss man aber unentwegt arbeiten, nicht um ihn zu einem Garten zu machen, sondern um ihn offen und einer Vielzahl von Arten zugänglich zu halten. Eine Struktur, die der Mensch aufrechterhält, indem er Bäume stutzt, Tiere weiden lässt und Feuer legt. Andere Arten gesellen sich hinzu und machen sich den Wald zu eigen.”

S.382: “Das heißt auch, dass die intellektuellen Entsprechungen der Forstprojekte für jeden von uns, die wir sozusagen Sammler sind, zur Verfügung stehen.”

S. 382: „ Möchte mann das unbekannte Potential wissenschaftlicher Fortschritte hervorlocken – wie die unverhoffte Fülle eines Pilznests -, gilt es, sowie in einem Wald, die intellektuelle Arbeit gemeinschaftlich voranzubringen.“

S.384: „ Ihr Vorschlag lautet stattdessen, beim Geschichtenerzählen verschiedene bedeutsame und belangvolle Dinge aufzulesen und sie einzusammeln, also eher wie ein umherziehender Sammler vorzugehen als wie ein Jäger, der es auf fette Beute abgesehen hat. Bei dieser Art des Geschichtenerzählen sollen die Geschichten nie enden, sondern zu weiteren Geschichten führen.“

“erste Natur” = ökologische Beziehungen (auch den Menschen Betreffend); “zweite Natur” = durch den Kapitalismus verursachte Umweltveränderungen; “dritte Natur” = alles was trotz der Verheerung des Kapitalismus am Leben zu bleiben vermag (vgl. S. 8)

Jane Bennett: Lebhafte Materie:

Chips essen bedeutet, sich in ein Gefüge hineinzubegeben, in dem das Ich nicht unbedingt der entscheidende Akteur ist. (S. 84)