Gefangenendilemma

Text zum Film

Leben beginnt mit einer Hülle, mit der Definition von Innen und außen.

Die simpelste uns bekannte Form von Leben ist eine Zelle

Ein Verbund von miteinander agierenden Teilchen, der von einer Zellmembran oder Zellwand umschlossen ist. Aus diesem Grundbaustein des Lebens bestehen alle Entitäten, welchen wir Leben zusprechen.

Doch einer Zelle gelang es durch unzählige Bündnisse, Teilungen und Zusammenschlüsse eine außergewöhnliche Gattung entstehen zu lassen.

Der Mensch entsteht.

Es stellt sich die Frage was ausgerechnet unsere Vorfahren dazu bewegt haben könnte die Bäume zu verlassen sich aufzurichten und ihr Fell von sich zu werfen.

Mit hundertprozentiger Sicherheit können wir das nicht sagen. Wir wissen allerdings, dass der nackte Affe / Mensch nun begann sich seine direkte Umgebung zu Nutze zu machen, woraus die Herstellung von Kleidung, Schuhen oder auch Nadeln resultierte.

Vor allem aber begannen unsere Vorfahren zu kochen und so gelang es ihnen erstmalig Nahrung durch das Abtöten von Bakterien und Viren aufzubereiten wodurch Fleisch bspw. leichter zu verdauen wurde. Dieser Wechsel hin zu einer protein- und energiereicheren Ernährung ermöglichte ein erhöhtes Wachstum des Gehirns, aber hatte auch die Rückentwicklung „natürlicher Werkzeuge“ wie einen ausgeprägteren Kiefer oder auch einen größeren Magen zur Folge. Das Gehirn verbraucht nun etwa 20% des Energiebedarfs bei einem Menschen, während es nur 2% des Körpergewichts ausmacht und hatte die Entwicklung abstrakterer komplexerer Gedankengänge zur Folge.

Es gelang dem Menschen durch immer ausgefeiltere Techniken, Werkzeuge herzustellen, welche den Bau von bspw. Häusern ermöglichten. Somit schaffte der Mensch es nach und nach sich fast vollständig von den natürlichen Einflüssen der Natur abzuschotten. Schließlich bewerkstelligten wir es von Stein über Kupfer zu Bronze so wie Eisen in die Moderne einzutreten.

Die daraus resultierende Sicherheit und Unabhängigkeit ermöglichte es dem Menschen zu wachsen und führte zu global steigenden Populationszahlen.

Arbeitsteilung war bisher eine Grundvoraussetzung und Erfolgsrezept des menschlichen Überlebens, Menschen waren physisch abhängig voneinander was sich als äußerst nützlich erwies. Arbeitsteilung setzt jedoch auch voraus, dass sich mehrere Menschen an einem Ort aufhalten.

Um den menschlichen Lebensstandard zu erhöhen und die äußerst effiziente Arbeitsteilung beizubehalten, mussten mehr Güter produziert werden. Die bisherigen Hilfsmittel waren bereits so raffiniert geworden, dass sie eigenständig Arbeit verrichten konnten und schließlich entwickelten sich Werkzeuge wie bspw. Wind und wasserbetriebene Mühlräder, hin zu Geräten welche primär mit effizienteren Energiequellen wie bspw. Kohle betrieben wurden.

Ein neues Werkzeug wurde geschaffen, ein Werkzeug so effizient und kraftvoll, dass es die Arbeitskraft einer großen Menge an Menschen ersetzte und dies unabhängig von Krankheiten oder gar menschlichen Emotionen.

Die Maschine entsteht.

Das Ursprüngliche Prinzip des Zusammenschlusses von mehreren Menschen, um gemeinschaftlich an Dingen zu arbeiten aufgrund von gegenseitiger Abhängigkeit schien nun hinfällig. Menschlicher Zusammenhalt verlor an Bedeutung und somit spaltete sich die Gesellschaft basierend auf der Verteilung der neu Produzierten Gütern. Kapitalismus entwickelte sich zum damaligen Zeitpunkt als das beste System um die Bedürfnisse aller Personen trotz ihrem zunehmenden Verlangen nach Unabhängigkeit und Individualismus miteinander zu vereinen.

Um gemeinsam auf ein Ziel hinzuarbeiten, der Wohlstand aller Nationen.

(1776 beschrieb Adam Smith das neue System und die Grundlagen, welche Notwendig sind dieses aufrecht zu erhalten. Dieses System bewerkstelligt es in der Theorie mit einer Anzahl an Spielregeln, die Allgemeinheit vom Egoismus bzw. dem Streben nach grundlegenden Bedürfnissen profitieren zu lassen.

Dieses System lebt vom Grundprinzip des Wachstums und einer Anzahl elementarer Grundlagen. Freier Wettbewerb, Privateigentum und Gewinnmaximierung resultieren in Wachstum was allen Menschen zugutekommt. Das Einhalten dieser Spielregeln ist dabei essenziell für die Beständigkeit des Spiels und das wohl aller Mitspieler. Jedoch wurde ein Mitspieler nicht mit einbezogen.

Die erbrachte Energie, welche dieses System grundlegend antreibt, beruhte nämlich mittlerweile nichtmehr Großteils auf menschlicher Energie, sondern wurde durch alternative Energiequellen, die allesamt aus der Natur entnommen werden ersetzt. Heutzutage entnehmen wir immer noch 99.8 Prozent des gesamten Energiebedarfs aus der Natur.

Wir behandeln die Natur, wie eine Kreditkarte, die kein Limit zu haben schien.

Doch nun wird uns das erste Mal bewusst, dass das Konto sehr wohl ein Limit hat.

Zwei Systeme treffen aufeinander.

Das eine System gibt dem Menschen einen Rahmen, in welchem er sich organisieren und miteinander funktionieren so wie profitieren kann.

Das andere nennen wir Evolution.

Es ist das System welches älter ist als der Mensch selbst.

Es organisiert die Verhältnisse unter welchem jede Form von Leben miteinander in Kontakt tritt und interagiert. Ist eine Spezies oder eine deren Eigenschaften nichtmehr zuträglich oder vereinbar mit deren überleben oder dem des Gesamtsystems, wird sie angepasst, verändert oder selektiert.

Der älteste und zuverlässigste Algorithmus welcher niemals eine emotionale, sondern immer eine logisch rationale Entscheidung zugute des Allgemeinwohls trifft schreit auf.

Wissenschaftler auf der gesamten Welt sind dabei zunehmend besorgter zu werden.

Der Planet verändert sich derzeit schneller als bisher erwartet.

Experten warnen uns bereits seit mehreren Jahren inständig vor den Auswirkungen, die unser Handeln haben könnte. Jedoch wurde das Risiko unterschätzt.

Tiefgreifende Veränderungen treten derzeit in einer Art und Weise auf, welche jenseits unserer Vorstellungen lagen.

Vor zehn Jahren unterschrieb die Welt in Anbetracht der Tatsachen das Pariser Klimaabkommen.

Vor etwa fünf Jahren erreichten wir das Jahrzehnt, in welchem unsere Entscheidungen maßgebend für die Zukunft aller Generationen auf unserem Planeten Erde sind.

Doch wo stehen wir derzeit, nachdem bereits die Hälfte dieses Jahrzehnts verstrichen ist?

Was folgt ist die die objektivste Einschätzung der aktuellen Situation, welche uns Wissenschaft derzeit liefern kann?

Wir haben 1.4 Grad an globaler Erderwärmung erreicht, dies ist die wärmste Temperatur der letzten Hunderttausend jähre auf unserem Planeten.

Aber was uns am meisten besorgt ist, dass wir derzeit eine Beschleunigung der Erderwärmung war nehmen.

2014 fand ein abrupter Sprung von 0.18 Grad auf 0.26 Grad pro Jahrzehnt statt und wenn wir diesen Trend beibehalten, werden wir die 2 Grad Erderwärmung in 20 jähren und drei Grad im jähr 2100 erreichen.

Diese Erwärmung würde katastrophale Ausmaße annehmen.

Verursacht durch den Menschen.

Aber dies ist nicht nur der Fall für Kohlenstoffdioxid, jeder Parameter, der für das Menschliche Wohlergehen erforderlich ist folgt in unserer Ökonomie demselben Muster. Zuerst ein linearer Wandel bis 1950 und ab da eine starke Beschleunigung.

Allesamt untergraben die Stabilität unseres Planeten.

Jedoch als wäre dies nicht schon genug sehen wir derzeit, dass diese globalen Veränderungen mittlerweile eine Riesige Auswirkung auf unsere Wirtschaft zur Folge haben.

Wir sehen immer größere Warnungen, welche das Ökosystem an Gesellschaften überall auf der Welt schickt. Diese äußern sich derzeit in Form von Dürren, Überflutungen, Hitzewellen, Krankheiten und Stürmen. Alle durch Menschliches Handeln verursacht. Im Jahr 2023 verzeichnen wir infolgedessen ungefähr 12000 Todesfälle und 200 Mrd. Dollar in Kosten.

Wirtschaftliche Verluste wurden vorhergesagt, jedoch waren uns diese Ausmaße nicht bewusst. Es beginnt zu im Bezug auf Menschliche, soziale sowie Wirtschaftliche Verluste zu schmerzen.

All diese Dinge geschehen derzeit bereits bei 1.2 Grad Erderwärmung. Und wir folgen einem Weg, welcher 2.7 Grad in nicht mal 70 Jahren zur Folge haben wird.

Nie gab es innerhalb der letzten 3 Millionen Jahre eine Erderwärmung von 2 Grad.

Ist es da überraschend, dass Wissenschaftler ernsthaft nervös werden?

Aber es ist mehr, es ist so viel mehr.

Wir haben zahlreiche Belege, die aus Forschung hervorgehen, welche darauf schließen lassen, dass der Nadelwald in Kanada oder die Laub und Mischwälder in Deutschland so wie Russland beginnen ihre nützliche Eigenschaft unser Kohlenstoffdioxid zu binden und in Sauerstoff umzuwandeln verlieren, der Amazonas Regenwald, das artenreichste Biotop auf unserem Planeten setzt mittlerweile mehr klimaerwärmende Gase frei gespeichert werden.

Er ist von einem Treibhausgaßspeicher zu einer Treibhausgaßquelle geworden.

Aber was uns wirklich besorgt ist der Ozean.

Der Ozean nimmt 90 Prozent der Hitze, welche wir verursachen auf das ist gut untersucht und verstanden.

Jedoch erhitzt der Ozean sich seit bereits mehreren Jahren konstant.

Doch 2023 wird plötzlich erstmalig eine unerwartetes beobachtet, es wird eine Temperatur gemessen, welche komplett aus der linearen Entwicklung ausbricht. Die Messung ist 0.4 Grad wärmer als die wärmsten Messungen vorangegangener Jahre.

Was passiert derzeit mit dem Ozean, selbst Wissenschaftler müssen zugeben, dass sie derzeit keine Erklärung für einen so abrupten Anstieg der Meerestemperatur haben.

Dann wird 2024 dieser Sprung dann erneut gemessen.

Was passiert? Wir wissen es nicht aber unsere Annahme ist, dass das Energie Ungleichgewicht verursacht von uns Menschen dafür verantwortlich sein könnte.

Denn allein in einem Jahr wurde die Wärmemenge, die dem 300-fachen globalen Stromverbrauch entspricht, in unser Ökosystem gegeben und von diesem absorbiert.

Sehen wir hier die Daten, welche belegen, dass der Ozean seine Widerstandsfähigkeit verliert? Der Ozean, der kurz davor steht umzukippen und Hitze in die Atmosphäre freisetzt, wodurch globale Erderwärmung maßgebend voranschreiten würde?

Wir kennen die genaue Antwort nicht.

Aber eine Sache ist sicher, der Ozean schlägt Alarm.

Auf unserer Erde gibt es 16 entscheidende Systeme welche Menschlichen Schäden entgegenwirken und von existenzieller Bedeutung für unser weiteres Fortbestehen sind.

Dazu zählt bspw. das tropische Korallenriff oder der Amazonas.

Die Frage ist, ab welcher Temperatur sind diese Systeme in Gefahr umzukippen.

5 dieser 16 Systeme sind bereits bei 1.2 Grad Erderwärmung sehr wahrscheinlich umzuschlagen und nicht weiter zu helfen die Erwärmung des Klimas zu bremsen, sondern den Zustand zunehmend zu beschleunigen.

Der Regenwald würde sich in eine Savanne verwandeln.

Wir werden mit unserem derzeitigen Verhalten innerhalb der nächsten 5 Jahre das Budget an Kohlenstoffdioxid aufbrauchen und besagte Kippunkte überschreiten.

Uns läuft also ernsthaft die Zeit davon.

Wir sind nun an einem Punkt angekommen, wo wir dazu gezwungen sind zu handeln um eine sichere Zukunft für uns und unsere Nachfahren zu garantieren. Aber was können wir tun?

Fossile Energieträger machen derzeit 80 Prozent unserer Gesamtenergie aus und sind hauptverantwortlich für den massiven Schaden, welchen der Mensch, der Natur seit der Erfindung der Maschinen zufügt und derzeit unweigerlich unsere Existenz bedroht.

Angesichts der Tatsache, dass das Baugewerbe für circa 40 Prozent dieses Energieaufwandes verantwortlich ist, stellten wir uns der Aufgabe, eine Utopie des Wohnbaus zu erdenken, um das Fortbestehen der menschlichen Spezies zu gewährleisten.

Was wäre die optimale Lösung?

Reist man durch unsere heutige Welt insbesondere durch die südlichen Regionen Europas, sieht man diesen Typus Bauruine sehr häufig. Nackte Stahlbeton Skelette, manche im Erdgeschoss vermauert, Treppenanlagen, die ins nichts führen und Büsche sowie junge Bäume zwischen allem und bis hinauf auf die offene Geschossebenen. Diese Landschaftsmarken basieren alle auf einem Prototyp der Moderne.

Der ‚Maison Dom-Ino‘ von Le Corbusier.

Dieses architektonische Muster entsprang den umfassenden Zerstörungen des zweiten Weltkrieges und der daraus resultierenden Knappheit an Wohnungen sowie der Notwendigkeit industriell schnell neue zu fertigen.

Es reduzierte das Haus mittels moderner Materialien wie etwa Stahlbeton auf seine nötigsten Bestandteile, so dass egal welche Menschen mit egal welchen Bedürfnissen einen flexiblen Gestaltungsraum erhielten um ihr Grundbedürfnis, dem wohnen nachzukommen.

Uns stellte sich die Frage, ob der Mensch und dessen Bedürfnisse wirklich so grundlegend unterschiedlich von denen der Natur geworden sind

Denn fügt ein Parasit nichts als Schaden zu und kann sonst keinerlei Mehrwert für einen Organismus erbringen, fängt dieser Organismus, von welchem er zehrt, an ihn zu bekämpfen.

Kriegt er es jedoch bewerkstelligt dem Organismus einen Nutzen zukommen zu lassen, welcher profitabel für beide Parteien ist, kommt dies dem Allgemeinwohl zugute und ein weiteres Bestehen wird durch Evolution garantiert.

Doch einzig unsere Hüllen unser Werkzeug, welches wir geschaffen haben, um uns vor der Natur schützen zu können sind zu komplex geworden. Sie müssen auf ein auf ein Maß reduziert werden, welches den Bedürfnissen beider Parteien gerecht wird.

Wie könnte symbiotischer, koevolutionärer Wohnbau so gestaltet werden, um die Bedürfnisse aller Lebewesen zu befriedigen, wie wird der Mensch wieder ein Teil der Natur und deren Spielregeln, und kein Parasit mehr, der scheinbar bekämpft wird.

Eine Zelle ist die kleinste Einheit an Leben in welcher wir die unterschiedlichen Bestandteile und deren Funktionen konkret bestimmen könne jeder einzelne Bestandteil ist voneinander abhängig.

Reduziert man nun also ein Haus auf das mindeste, was es ausmacht, seine tragende Struktur, sein Skelett herunter, werden plötzlich alle Räume des Hauses frei und die restlichen architektonischen Elemente welche in das Skelett eingesetzt werden, können so gestaltet werden, dass sie nicht nur einer Spezies sondern mehreren zugutekommen kann.

Wir orientieren uns also bereits bei der Positionierung des Menschen in unserem Skelett daran, was uns diese tiefe Logik der Natur vorschlägt. Auffällig ist es nämlich noch heute, dass sich die Primaten mit Ausnahme der wirklich mächtigen Gorillamänchen nicht trauen ihr Nachtlager auf dem Boden einzurichten.

Wir orientieren uns also an den Tieren und verlegen unseren primären Wohnort ins erste Obergeschoss, um somit den tierischen und pflanzlichen Entitäten ihren überlebenswichtigen und natürlichen Siedlungsort zurückzugeben und die Entfernung vom Erdreich automatisch für Schutz und Privatsphäre aus menschlicher Sicht zu nutzen.

Die unterste Geschossebene kann somit entfernt werden und einem anderen Nutze zugutekommen.

Ein Dachgarten war bereits im Konzept der Maison Dom-in vorgesehen, da pflanzen von hoher Sonneneinstrahlung direkt profitieren können und Energie herstellen so wie das Regenwasser in den Wurzeln speichern, was dem menschen wiederum vor zu viel Sonne schützt so wie gleichzeitig kühlt.

Die Absturzsicherung, welche die gewonnene Höhe mit sich bringt kann als Rankstruktur oder Kräutergarten gestaltet werden.

Das überschüssige Wasser auf dem Dach kann in eine natürliche Schilfkläranlage eingespeist werden, wodurch weitere Organismen wie bspw Algen einen Wohnort erhalten und zusätzlich durch Filterung und entnahme der organischen Rückstände Regenwasser zu Trinkwasser aufbereitet.

Der Mensch kann dieses Wasser wiederum zum Kochen verwenden wobei die Energie aus erneuerbaren Energiequellen wie bspw PV-Anlagen oder Windkraft gewonnen wird, und gibt das organisch verunreinigte Wasser zurück auf den Boden wo es schlussendlich in Form von Kompost dem kultivierten Obst und Gemüse zugutekommt was wiederum dem Menschen Energie zuführt. Dadurch hat der Mensch die Chance sich wieder in den natürlichen Kreislauf der Dinge einzuordnen.

Wie ein Mitochondrium der Arbeiter der Zelle ist, ist der Menschen der Arbeiter der Natur und leistet seinen Beitrag in einem System.

Ohne einen Menschlichen Kraftakt wird es unser Ökosystem nicht schaffen sich zu erholen und den kommenden Generationen eine Zukunft zu ermöglichen.

Für unsere Architektur bedeutet das konkret, dass die zukünftigen Materialauswahl einen Bezug auf dessen Lebensdauer und seine Co2 Bilanz erfolgen muss.

Noch konkreter bedeutet das, dass wir die Wiederverwendung gewisser nachwachsender Ressourcen bereits in den Planungsprozess eines Gebäudes mit integrieren sollten, woraus eine neue Form von Kreativität und Ästhetik hervorgeht.

Eine Ästhetik, welche sich in der neuartigen Dynamik der Gebäude äußern wird. Denn genau wie die Spezies Mensch im Verlauf der Zeit auf Veränderungen reagiert und sich angepasst hat, so müssen dies auch seine überlebenswichtigen Werkzeuge, wozu unsere Hüllen zählen, tun.

Denn am Ende ist der Mensch nur eine von etlichen Spezies in unserem Ökosystem. Ein nackter Affe.

Das Dilemma.

Das Gefangenendilemma ist ein klassisches Beispiel aus der Spieltheorie und wird oft genutzt, um Probleme in der Wirtschaft Politik und Ethik zu erklären

Es funktioniert wie folgt, zwei Verdächtige werden verhaftet und getrennt voneinander verhört, beiden werden folgende Optionen angeboten:

Beide schweigen und jeder bekommt ein Jahr Haft,

Beide gestehen und jeder bekommt 5 Jahre Haft,

Einer schweigt und einer gesteht,

was für den Schweigenden in 10 Jahren und den Geständigen in null Jahren Haft resultiert.

Nach den Spielregeln sollte also unabhängig von der Entscheidung des Gegenüber das Beste ausgesagt werden, da 5 Jahre immer noch besser als 10 Jahre Haft sind.

Jedoch wäre es am besten für das Gesamtwohl, wenn beide sich gegenseitig vertrauen und somit schweigen würden, somit ist die Entscheidung also abhängig von der emotionalen Bindung der zwei Verdächtigen.

Das tiefe Bedürfnis des Menschen nach Individualismus und das einhergehende Wachstum hatte jedoch auch zur Folge, dass der direkte persönliche Bezug untereinander immer weiter abhandenkam.

Somit befinden wir uns mitten in genau diesem Dilemma.

Wir müssen schnellstmöglich handeln und alle zusammen an einem Strang ziehen um eine sichere Zukunft für alle Menschen, inklusive unserer Nachfahren zu garantieren.

Es liegt also an uns nun zu verstehen, dass Egoismus jetzt in erster Linie bedeutet an andere Menschen zu denken und zusammenzuarbeiten, um gemeinsam einer Katastrophe zu entgehen. Wobei wir die Wahl haben, ob wir unsere bisherigen Verhaltensmuster fortsetzen oder zusammenfinden, ob wir aussagen oder schweigen.