Domino Haus Strukturierung / Fahrplan / Ideen
Unsere Gruppe stellte sich nach dem Lesen der ersten 30 Seiten des Buches “Sein und Wohnen” die Frage ob der Mensch überhaupt noch in der Lage ist symbiotisch mit der Natur zusammenzuleben.
Zitat: “nur die stärksten Gorilla Männchen besiedelten den Boden…”
– ist eine Besiedlung des Bodens überhaupt natürlich?
– stellten unsere Vorfahren sich ab dem Zeitpunkt über die Natur, als sie begannen den Boden zu besiedeln? (vgl. Vögel und deren Nester etc. auf dem Boden sind Gefahren/wilde Tiere von denen man sich schützen möchte ?)
Um zu ermitteln, weshalb der Mensch “offensichtlich” keine symbiotische Beziehung mehr mit der Natur führen kann, begannen wir uns zu fragen ab wann Evolution nicht mehr mit dem Menschen “mithalten konnte” bzw. wann der Mensch das erste mal begann sich über die Natur zu stellen / oder anders formuliert, die Evolution des Menschen ist nicht mehr anhand seines Körpers zu erkennen sondern an dem was der Mensch mit seinem Geist und Körper schafft um sich zu schützen.
Heutzutage könnte ein nackter Mensch, vor allem in Europa, ohne jegliche Hilfsmittel oder Werkzeuge nicht mehr in der Natur überleben. Für Tiere die an einem jeweiligen Ort natürlich vorkommen stellt das “nackte Überleben” aber kein Problem dar. Sie sind durch die Evolution bestens auf ihre Umgebung angepasst. (Die Evolutionstheorie erklärt, wie sich Arten über lange Zeiträume durch natürliche Selektion verändern: Individuen mit vorteilhaften Eigenschaften überleben und pflanzen sich häufiger fort, wodurch diese vorteilhaften Merkmale weitergegeben werden. Veränderungen im Erbgut (Mutation) sowie zufällige Faktoren (genetische Drifts) sorgen für Vielfalt, die in Anpassung an die Umwelt münden kann. Über viele Generationen entstehen so neue Arten, während andere aussterben, was die Vielfalt des Lebens auf der Erde prägt.)
Aus diesen Gedanken folgerten wir die These, dass mit dem Beginn des Kochens das symbiotische Verhältnis zwischen Mensch und Natur in die Brüche kam. Denn das Erhitzen von Lebensmittel bietet den Vorteil, dass die Nahrung leichter verdaulich und bioverfügbarer ist (z. B. Stärke in Wurzeln oder Proteine in Fleisch).
Diese höhere Energiedichte war ein entscheidender Faktor für das Wachstum des menschlichen Gehirns, das im Vergleich zu Körpergröße und Energieverbrauch außergewöhnlich groß ist. Durch die Zunahme von gekochter Nahrung benötigte der Mensch weniger Energie für die Verdauung. Außerdem entwickelten sich kleinere Zähne und der Kiefer wurde auch kleiner (natürliche Verteidigungswerkzeuge).
Da der Mensch heute unseres Erachtens evolutionstechnisch “outdated” ist als Spezies (evolutionäre Sackgasse), schützt er sich vor der natürlichen Selektion indem er sich Schutzhüllen schafft um den Folgen des reinen nackten ausgesetzt sein zu entkommen.
Diese Schutzhüllen sind mittlerweile so komplex und effizient geworden, dass der Mensch es mittlerweile sogar bewerkstelligen kann an den Menschenfeindlichsten Orten wie etwa der Antarktis zu siedeln ohne, dass die Natur die Spezies Mensch selektieren kann.
Diese künstlichen unnatürlichen Schutzhüllen nennen wir Wohnbau.
Wie schafft der Mensch es wieder, im Einklang (symbiotisch) mit der Natur zu leben?
Während unserer Diskussionen waren wir uns einig, dass dies zwangsläufig mit Einbußen von unserem aktuellen Komfort einhergehen wird.
Das Corbusier Skelett reduziert ein Wohnhaus auf seine rudimentärsten Bestandteile, welche gegeben sein müssen um einen “künstlichen” Raum entstehen zu lassen.
Hierbei entstehen offene, frei nutzbare Räume, welche noch keine konkrete Nutzung zugewiesen bekommen haben.
Im Zuge unseres Experimentes haben wir das Skelett unseres Wohnhauses in ein Terrarium gesetzt um die “wilde” Natur in den direkten Kontakt mit dem Wohnbau treten zu lassen.