Volldigitalisierung des Eigenheims = die Wespe im Zuckerstreuer (Gefangen, ohne Nöte) „[…] Leben in Festungen, die mit Hightech nach außen und nach innen gesichert sind.“
Der Körper bietet an unterschiedlichen Stellen eine Form der Behausung für viel kleinere „Wohn-Gäste“. Durch den Verlust der körperdeckenden Behaarung der Gattung homo gibt es an günstigen, warmen, talghaltigen Stellen Ansiedlungen, der Darm gilt als Megacity der Bakterien.
Der aufrechte Gang hat die prähistorischen Menschen vom Baum in die Ebene, aus dem Wald in die Savanne gebracht. In der darauffolgenden Zeit wurden durch Werkzeuge Tiere leichter erbeutet, welche nicht nur zur Nahrung dienten, sondern auch zur Behausung und Kleidung weiterverarbeitet wurden. Die Behausung orientiert sich in der Form wahrscheinlich stark an den Nestern der Menschenaffen. Der prähistorische Mensch lebt aber weiterhin, so wie sein Vorgänger, der Menschenaffe, nomadisch, weil er es schafft sich vielen Bedingungen anzupassen (z.B. durch Erfindung von Kleidung, die vor äußeren Einwirkungen schützt, durch Wohnungen, die eigene künstliche Umwelten schaffen, oder Höhlen zu beziehen).
„Ähnlich wie das Leben im Uterus ist das Wohnen in der Frühen Geschichte der Menschheit jenseits der Erinnerung.“ (Anthropologie des Wohnens, S. 28)
Durch die Beherrschung des Feuers ergibt sich eine Unabhängigkeit gegenüber dem Tag-Nacht-Zyklus, außerdem wird durch das Feuer Sicherheit geborgen, was den Schlaf positiv beeinflusst, wodurch wiederum kognitive Evolution des Homo Erectus nachgewiesen werden kann.
Erste Gebaute Formen sind als rituelle Stätten in Höhlen zu betrachten.
Mit der ersten Behausung entstand Ordnung in der räumlichen Welt. Ein (Binnen-) Raum der vom Menschen kontrolliert wird.
Der Raum im Raum ist aber nicht völlig abgeschlossen. Gefangen soll man sich nicht fühlen, was aber letztendlich durch eine räumliche Abgrenzung seiner Gegenüber die Prämisse ist.
„Draußen ist es nur von Innen schön.“ (Ferdinand von Schirach, Regen)
Der „Garten“ (weiter Begriff für Begrünung) ist heutzutage in jedem Wohnen miteinbegriffen. Hier gilt es nicht mehr sich die Natur zu unterwerfen, sondern gezielt zu kultivieren, zu hüten und zu pflegen. Der Schweiß die Mühen und der Schweiß eines Sich-Zu-Eigenmachens, weicht dem Einvernehmen mit der Natur. Wo der Arbeiter zum Künstler wird, da wird der Mensch zu Gott.
Deshalb muss eine Insel geschaffen werden, die den Garten schützt. Herkunft der Worte Garten (hebräisch; beschützen) und Paradies (iranisch; eingezäunt) belegen, dass es sich hierbei um einen abgeschlossenen Ort der Welt gegenüber handelt.
Die Wohnung dient evolutionär und im übertragenen Sinne dem Schlaf: Schutz vor der Bedrohung, um des ruhigen Schlafes Willen, sowie des Schlafens mit seinem Partner; Verhüllung der Scham, die durch die Vertreibung aus dem Paradies einhergeht.